Hier können Sie nachlesen, was so alles die Presse über uns geschrieben hat.

Über das Konzert schrieb der Kölner Stadt-Anzeiger

MITTWOCH, 19. MAI 2010
MUSIK-GALA
Chorkonzert der „groben“ Art
Von Frank Weiffen, 17.05.10, 15:46h
Der Leverkusener Shantychor begeisterte am Wochenende drei Stunden lang im Forum.
Rund 700 Besucher schunkelten und tanzten im Terrassensaal zur Musik mit maritimen
Texten.

Stimmgewaltige Garanten für gute Laune: Der Shantychor begeisterte rund 700 Zuschauer im Terrassensaal. (Bild:
Ralf Krieger)

WIESDORF - Schon das Drumherum ist anders: Das Publikum sitzt nicht still und streng in Reihe
und klatscht am Ende. Es sitzt an Tischen, trinkt Kölsch, isst Würstchen und Frikadellen und
schunkelt. Shantychor-Auftritte sind die „grobe“ und bodenständige Variante von Chorkonzerten.
Bei ihnen gereicht die Musik - die sich mit ihren maritimen Texten aufs Augenzwinkern, Sehnsucht-
Erwecken und manchmal auch aufs Schlüpfrige versteht - vor allem zum Feiern. Und das macht
diese Konzerte so beliebt.
Auch in Leverkusen: Gut 700 Besucher sitzen im Terrassensaal. Sie sind gekommen, um die Gala
des hiesigen Shantychors zum 40. Geburtstag zu feiern. „Mit soviel Zuspruch“, sagt Pressesprecher
Aloys Beibach glücklich, „haben wir nicht gerechnet.“ Fast sprachlos ist er. Was aber auch daran
liegt, dass er gar nicht zum Reden kommt, weil er heute an der Kasse sitzt und ständig Hände
schütteln muss - sogar welche aus Essen und dem sauerländischen Lendringsen. Von da kommen
nämlich die befreundeten Shanty-Sangesgruppen, die sich heute mit den Gastgebern auf der
Bühne abwechseln.
Ganz zu Anfang gibt Moderator Klaus Müller zwar noch einen recht ausführlichen Einblick in die
Entstehungsgeschichte des Leverkusener Shantychors, der am 2. Mai 1970 unter dem Dach der
Marinekameradschaft gegründet wurde, 18 Tage später seine erste Probe hatte und heutzutage auf
unzählige Konzerte im ganzen Land sowie vier CD-Veröffentlichungen zurückblicken kann. Das mag
den einen oder anderen schon ein wenig auf die Folter spannen.
Aber: Als es dann soweit ist und die 22 Sänger und vier Musiker unter der Leitung von Paul-Richard
Wettstein laut und eindringlich mit dröhnenden Stimmen „Jetzt heißt es: Leinen los und mit
Volldampf voraus!“ verkünden, ist alles gut und vorbei mit der Contenance. Es wird geklatscht. Es
wird gelacht und es wird mitgesungen. Und zwar drei Stunden lang bei Evergreens wie „Kleine
Möwe, flieg nach Helgoland“, „Nimm mich mit Kapitän“, „Wir lieben die Stürme“ oder „Auf der
Reeperbahn“. Selbst „Glück auf“, die Hymne der Essener „Blauen Jungs“, die ja doch mehr mit
dunklen Kohlegruben denn offenen Meeren zu tun hat, wird bejubelt.
Zwei von vielen, die alle Texte mitsingen, sind Hedwig Kallabis (76) und Maria Marczinowski (73).
Beide Damen schwören auf Shantys, weil sie diese Lieder nach eigener Aussage erstens „in der
Jugend rauf und runter gesungen haben“ und weil sie zweitens naturgemäß auf Wasser schwören:
„Ich bin in Danzig und somit direkt an der Ostsee zur Welt gekommen“, sagt Kallabis. Marczinowski
betont: „Ich wurde in Opladen, also an der Wupper, geboren. Das ist ja auch Wasser.“ Da hat sie
recht. Und das zeigt: Shantys und Shantychöre passen überall hin. Auch nach Leverkusen - was für
diese Stadt, dazu gereicht ein Blick ins Forum an diesem Tag, ein Glücksfall ist.

In der Rheinischen Post war zu lesen:

Leverkusen
40 Jahre Waterkant-Flair
VON GABI KNOPS-FEILER - zuletzt aktualisiert: 17.05.2010
Leverkusen (RP) 750 Zuschauer im Forum wollten sich das Jubiläumskonzert des
Leverkusener Shanty-Chores auf keinen Fall entgehen lassen. Sie erlebten einen
abwechslungsreichen Abend mit norddeutschem Charme mitten im Rheinland.

Schon eine Stunde vor Beginn des Konzertes drängten sich die Zuhörer an der Eingangstüre zum
Terrassensaal im Forum. Als endlich geöffnet wurde, strömten 750 Besucher an die mit Muscheln
und kleinen Rettungsreifen liebevoll dekorierten Tische.
"Hier geht es ja fast zu, wie bei Deutschland sucht den Superstar", lautete der Kommentar eines
Mannes im Gedränge. Fernsehstars gab es am Samstagabend zwar nicht zu bewundern, dafür
jedoch den Shanty-Chor Leverkusen, dessen 32 Aktive aus Anlass ihres 40-jährigen Chorbestehens
zum Festkonzert eingeladen hatten. Musikalische Grüße von der Waterkant überbrachten ebenfalls
zwei befreundete Gast-Ensembles, der Seemannschor "Blaue Jungs" aus Essen und der
sauerländische Shantychor Lendringsen.
Kommando: "Volldampf voraus"
"Volldampf voraus" ertönte das gesungene Kommando zum Auftakt des zweieinhalbstündigen
Konzertes. "Klatschen Sie ruhig mit", ermunterte Dirigent Paul Wetzstein die Zuhörer, "aber singen
Sie nicht lauter als wir." Mit Liedern, die von Fernweh (Nimm mich mit Kapitän; Kleine Möwe flieg;
Wolken, Wind und Wogen) und von Sehnsucht nach der Heimat (Rolling home) erzählen, ging es
munter weiter.
"Volkslieder sind einfach schön", waren sich Dagmar und Helmut Weser aus Köln-Flittard einig, die
mit sechs weiteren "Fans" im Zuschauerraum saßen. "Man hört sie nur leider viel zu selten",
ergänzte Dagmar Weser. Sie finde es traurig, dass ihr zehnjähriger Enkel keine Volkslieder mehr
kenne.